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Stein: Viel erreicht, aber noch viel zu tun in der Frauenbranche Handel

In Arbeitszeiten, BR-Info, GPA Info, Info on Donnerstag, 27. Februar 2014 at 8:22

GPA-djp fordert Gehaltsreform, bezahlte Bildungsfreizeit und 6. Urlaubswoche für mehr Beschäftigte

„Der Handel ist eine Frauenbranche, er ist ein stabiler Arbeitgeber, aber nicht immer ein fairer Arbeitgeber. Wir haben in den vergangenen Jahren schon viel erreicht, aber vor allem was die Bereiche Weiterbildung und Entlohnung betrifft, gibt es noch einiges zu tun“, fasst Dwora Stein, GPA-djp-Bundesgeschäftsführerin, die aktuelle von der AK Wien beauftragte Studie von WIFO und IFES zur „Situation der ArbeitnehmerInnen im Handel in Österreich“ zusammen.

„Im Handel ist jede Lohn- und Gehaltsrunde eine Frauenlohnrunde“, so Stein, insofern ist das mit dem aktuellen Doppelabschluss erreichte Mindestgehalt von 1500 Euro brutto ab Jahresbeginn 2015 für die vielen weiblichen Beschäftigten von besonderer Bedeutung. Die GPA-djp begrüßt in diesem Sinne die Entscheidung von Lebensmittelkonzernen, die mit gutem Beispiel vorangehen und die Mindestlöhne und Mindestgehälter im Unternehmen freiwillig erhöhen.

Sprachkompetenz genutzt aber nicht bezahlt
„Die Gehaltsreform bleibt natürlich auf unserer Agenda: im Rahmen der Verhandlungen mit der WKÖ über ein neues Entgeltschema im Handel, die demnächst beginnen, fordern wir neben schnelleren Vorrückungen in den ersten Dienstjahren und besseren Karenzanrechnungen eine Neubewertung der mitgebrachten Qualifikationen“, erklärt Stein. Diese Forderung betreffe vor allem auch die Sprachkompetenzen der im Handel zahlreich beschäftigten MigrantInnen: „Diese Kenntnisse werden genutzt – aber nicht gewürdigt und schon gar nicht bezahlt.“

Neben der Möglichkeit einer Woche bezahlter Bildungsfreizeit für Handelsangestellte setzt sich die GPA-djp außerdem dafür ein, die sechste Urlaubswoche auch im Handel für mehr Beschäftigte erreichbar zu machen. Derzeit haben aufgrund der großen Fluktuation in der Branche nur rund 5 % der Beschäftigten den Anspruch darauf.

Teilzeit steigt, kein Auskommen mit dem Einkommen
Die Studie bestätigt außerdem, dass die Situation im Handel für Teilzeitarbeitskräfte besonders schwierig ist: Ein Fünftel gibt an, dass ihr Einkommen allein nicht zum Leben ausreicht, wovon wiederum Frauen stark betroffen sind, denn sie stellen 90 Prozent aller Teilzeitkräfte.

Die GPA-djp bleibt deswegen bei ihrer Forderung, den Mehrstundenzuschlag auch für Teilzeitkräfte bereits für jede tatsächlich geleistete Mehrstunde zu bezahlen, wie Stein erklärt: „Wir wissen aus unserer Beratungstätigkeit, dass Arbeitgeber große Kreativität an den Tag legen, wenn es darum geht, diese Zuschläge vorzuenthalten, die für die Betroffenen im Durchschnitt bis zu sieben Prozent ihres Gehalts ausmachen. Deswegen fordern wir, den Durchrechnungszeitraum von drei Monaten abzuschaffen – auch hier geht es darum, dafür zu sorgen, dass das, was im Kollektivvertrag vereinbart ist, auch bei den Beschäftigten ankommt.“

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