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Katzian/Hundstorfer: Österreichs Arbeitszeitgesetz ermöglicht bereits hohe Flexibilität

In Arbeitszeiten, GPA Info, Info on Dienstag, 27. August 2013 at 9:15

Zweitlängste Arbeitszeit in EU – Klares Nein zu mehr Arbeit bei weniger Lohn

Arbeits- und Sozialminister Rudolf Hundstorfer und FSG-Vorsitzender Wolfgang Katzian betonten heute, Montag, in einem gemeinsamen Pressegespräch, dass das österreichische Arbeitszeitgesetz einen großen Spielraum für flexible Arbeitszeitgestaltung lasse:

„Die derzeitige Gesetzeslage erlaubt bereits längere Arbeitszeiten etwa bei Produktionsspitzen. Österreich hat neben Großbritannien mit 41,8 Stunden die zweitlängste durchschnittliche Arbeitszeit in der EU. Wir stehen zu dieser Flexibilität, aber bei entsprechendem Ausgleich“, sagte Hundstorfer.

Das wirkliche Thema bei der von der ÖVP losgetretenen Diskussion um den 12-Stunden-Tag sei nicht, diesen generell zu ermöglich, sondern, „das, was jetzt schon möglich ist, billiger zu machen. Doch das wäre Lohnraub und das wird es mit der Gewerkschaft nicht geben“, bekräftigte Katzian.

„Österreichs Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind jetzt schon sehr flexibel“, erklärte Sozialminister Hundstorfer. Das bestätige auch eine Studie der EU-Kommission. Jedes Jahr gebe es in Österreich 1,7 Mio. Jobwechsel, rund 10 Prozent der Österreicher pendle täglich zum Arbeitsplatz. Und auch bei der Arbeitszeit gehöre Österreich zu den Spitzenreitern. „Wir haben die niedrigste Arbeitslosenquote in der EU, einen Anstieg bei der Beschäftigung und ein um 31 Prozent höheres Brutto-Inlandsprodukt pro Kopf als der EU-Durchschnitt.

Das alles sind Indikatoren, dass es Österreichs Wirtschaft gut geht“, erläuterte Hundstorfer. Das sei auch ein Verdienst der gut funktionierenden Sozialpartnerschaft, die es Unternehmen und Betrieben ermögliche, Arbeitszeiten auf Grundlage des geltenden Gesetzes individuell zu regeln. „Wichtig ist, dass es einen entsprechenden Ausgleich gibt. Zu mehr Arbeit ohne Ausgleich gibt es von mir als Minister ein klares Nein“, stellte Hundstorfer klar.

„Es geht darum, einen Interessensausgleich zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu schaffen“, unterstrich auch Katzian. Betriebe hätten die Möglichkeit auf Basis von Kollektivverträgen, Betriebsvereinbarungen oder auch Einzelvereinbarungen die Arbeitszeit nach Bedarf zu gestalten. In Österreich gebe es insgesamt 859 Kollektivverträge. „In einigen Branchen sind Arbeitszeiten bis zu 24 Stunden möglich. Aber bei allen Modellen erhalten die Arbeitnehmer einen Ausgleich, sei es in Form von mehr Geld, Freizeit oder Zeit-Souveränität“, so der FSG-Vorsitzende.

Die derzeitigen gesetzlichen Regelungen seien notwendig, um die Arbeitnehmer zu schützen. Und: „Alle Regelungen wurden von der ÖVP mitgetragen“, erinnerte Katzian, der betont: „Den 12-Stunden-Arbeisttag als Normalfall wird es nicht geben“.

Noch mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit würde zudem keine zusätzlichen Arbeitsplätze schaffen, sondern zu Lohneinbußen und mehr gesundheitlichen Belastungen führen. Wesentliches Ziel der Arbeitsmarktpolitik müsse es daher ein, die Menschen länger gesund im Erwerbsleben zu halten, unterstrich Hundstorfer.
Dass sich die derzeitigen Regelungen in der Praxis bewähren, bestätigten der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende im BMW Werk Steyr Manfred Klausberger und Angestelltenbetriebsratsvorsitzender Alfred Walter von Zizala Lichtsysteme, die ebenfalls beim Pressegespräch anwesend waren.

Die Vereinbarungen zur Arbeitszeit bei BMW seien „Teil des Unternehmenserfolges“, erklärte Klausberger. Und weiter: „Der Kollektivvertrag bringt Vorteile für beide Seiten.“ Beim Autozulieferbetrieb Zizala seien 12-Stunden-Arbeitstage in Spitzenzeiten keine Seltenheit, jedoch gebe es vollen Lohnausgleich: „Länger arbeiten, weniger verdienen gibt es bei uns nicht. Die Leute können nicht einfach mehr belastet werden“, so Walter.

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