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Urlaubsanspruch

In AK Info, Arbeitszeiten, BR-Info, Info on Donnerstag, 20. Januar 2011 at 23:19

Arbeitnehmer haben Anspruch auf mindestens 5 Wochen (= 30 Werktage – inkl. Samstag) bezahlten Urlaub pro Arbeitsjahr.

Das Arbeitsjahr beginnt immer mit dem Eintrittsdatum. Eine Umstellung des Urlaubsjahres vom Arbeitsjahr auf das Kalenderjahr ist durch Betriebsvereinbarung, Kollketivvertrag und wenn es günstiger ist für den Arbeitnehmer, auch durch Arbeitsvertrag möglich.

Statt Werktagen (Werktage sind alle Kalendertage mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage) kann Urlaub auch in Arbeitstagen berechnet werden.
Das sind z.B. 25 Arbeitstage bei einer Arbeitswoche von Montag bis Freitag oder 15 Arbeitstage wenn ein Arbeitnehmer von Montag bis Mittwoch arbeitet.
Wichtig ist, dass der Arbeitnehmer immer 5 bzw. 6 Wochen Urlaub bekommen muss.

Teilzeitbeschäftigte und geringfügig Beschäftigte
Auch Teilzeitbeschäftigte und geringfügig Beschäftigte haben Anspruch auf 5 bzw. 6 Wochen bezahlten Urlaub pro Arbeitsjahr!
Durch eine Änderung der Arbeitszeit (von Voll- auf Teilzeit oder umgekehrt), darf sich das Urlaubsausmaß nicht ändern.

Beispiel:
Ein Arbeitnehmer arbeitet von Montag bis Freitag je 8 Stunden. Er hat 3 Wochen (also 15 Arbeitstage) offenen Urlaub und wechselt auf 18 Wochenstunden verteilt auf 3 Tage (Montag bis Mittwoch je 6 Stunden).

Die 3 Wochen Urlaub bleiben erhalten, jedoch entsprechen 3 Wochen Urlaub nun 9 Arbeitstagen. Dies ist aber keine Kürzung des Urlaubs, denn es sind nach wie vor 3 Wochen.

Auch im umgekehrten Fall (Erhöhung des Arbeitszeitausmaßes von 18 auf 40 Stunden bzw. von 3 auf 5 Arbeitstage) hat der Arbeitnehmer weiterhin 3 Wochen Urlaub.
Allerdings entsprechen nach der Erhöhung der Arbeitszeit bzw. der Arbeitstage nunmehr 3 Wochen Urlaub nicht 9 sondern 15 Arbeitstagen.

Geld statt Urlaubstage?
Das Urlaubsgesetz verbietet, dass im aufrechtem Arbeitsverhältnis an Stelle des Urlaubsverbrauches (freie Tage) eine Abgeltung des Urlaubs in Geld vorgenommen wird.
Solche Vereinbarungen sind verboten und nicht rechtswirksam.

Ab wann bekommen Arbeitnehmer Urlaub?
Urlaub entsteht in den ersten 6 Monaten des 1. Arbeitsjahres im Verhältnis zu der Zeit, die Sie im Betrieb arbeiten.
Nach etwa 12 Kalendertagen haben Sie daher Anspruch auf einen Urlaubstag, in einem Monat entstehen 2,5 Werktage.
Nach rund 2,5 Monaten auf eine ganze Urlaubswoche. Mit Beginn des 7. Monats entsteht Ihr gesamter Jahresurlaub (5 Wochen).
Ab Beginn des 2. Arbeitsjahres entsteht der gesamte Jahresurlaub immer mit Beginn des Arbeitsjahres.

Der Verbrauch des Urlaubs
Der Urlaubsverbrauch ist in jedem Fall zwischen dem Arbeitgeber und dem Angestellten zu vereinbaren,
wobei auf die Erholungsmöglichkeiten des Arbeitnehmers und auf die Erfordernisse des Betriebes Rücksicht zu nehmen ist.
Es ist daher nicht möglich, dass der Arbeitgeber den Urlaubsverbrauch anordnet.
Ebenso kann der Angestellte den Zeitpunkt des Urlaubsantrittes nicht selbst bestimmen.
Dies gilt auch für die Zeit der Kündigungsfrist.

Die Teilung des Urlaubs
Im Urlaubsrecht gilt der Grundsatz, dass der Urlaub nur einmal geteilt werden kann, wobei ein Urlaubsteil mindestens eine Woche betragen muss. (Erholungsmöglichkeit)

So viel Urlaub bekommen Arbeitnehmer
Bis zu 25 anrechenbaren Dienstjahren erhält ein Arbeitnehmer 5 Wochen (= 30 Werktage), ab dem 26. anrechenbaren Dienstjahr 6 Wochen (= 36 Werktage) Urlaub pro Dienstjahr.

Zu den anrechenbaren Dienstjahren zählen alle Dienstzeiten des laufenden Dienstverhältnisses.
Wurde ein Dienstverhältnis zum selben Dienstgeber nicht länger als 3 Monate unterbrochen, zählen auch diese Dienstzeiten dazu, wenn die Unterbrechung nicht durch Arbeitnehmerkündigung, unberechtigten Austritt oder verschuldete Entlassung erfolgt ist.

Weiters sind insbesondere anzurechnen:

  • Zeiten aus anderen Dienstverhältnissen (soweit diese in EWR-Staaten bestanden und jeweils mindestens 6 Monate gedauert haben): max. 5 Jahre (insgesamt 5 Jahre, nicht pro Dienstverhältnis)
  • Schulzeiten: bis zu 4 Jahren (die 9 Pflichtschuljahre zählen nicht)
  • Studienzeiten: bis zu 5 Jahren, wenn das Studium erfolgreich abgeschlossen wurde (auch Fachhochschulzeiten zählen dazu)
  • Gibt es Zeiten aus anderen Arbeitsverhältnissen und Schulzeiten, werden zusammen maximal 7 Jahre angerechnet. Wurde zusätzlich ein Studium abgeschlossen, werden insgesamt maximal 12 Jahre angerechnet. Es müssen somit nicht alle 25 Jahre in einem Betrieb verbracht worden sein.

Kann Urlaub verjähren?
Urlaub soll bis zum Ende des Jahres, in dem er entstanden ist, verbraucht werden.
Wenn das nicht möglich ist, wird ein nicht verbrauchter Urlaub in das folgende Jahr übertragen.

Mit jedem Urlaubsverbrauch wird zunächst immer der älteste noch offene Urlaub aufgebraucht.

Verjähren kann Urlaub erst dann, wenn sich drei volle Urlaubsansprüche (also 15 bzw. 18 Wochen) angesammelt haben und ein vierter Urlaub entstehen würde.
Gibt es jedoch Elternkarenzzeiten, Präsenzdienstzeiten etc. während des Arbeitsverhältnisses, kann es zu einer Urlaubsverjährung kommen, obwohl weniger als drei Urlaubsansprüche angesammelt sind.

Urlaubsgeld
Das Urlaubsgeld wird auch Urlaubszuschuss, Urlaubsbeihilfe oder 14. Monatsgehalt genannt.
Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf diese Sonderzahlung.
Der Anspruch, die Höhe und die Fälligkeit des Urlaubsgeldes sind im jeweiligen Kollektivvertrag oder im Einzelarbeitsvertrag geregelt.
Kommt kein Kollektivvertrag zur Anwendung und ist auch im Arbeitsvertrag kein Urlaubsgeld vereinbart, erhalten Sie kein Urlaubsgeld!

Urlaubsentgelt
Vom Urlaubsgeld zu unterscheiden ist das Urlaubsentgelt.
Darunter versteht man jenes Entgelt, das Ihnen während Ihres Urlaubes zusteht, obwohl Sie in dieser Zeit keine Arbeit leisten.

Das Urlaubsentgelt umfasst den Grundlohn/Grundgehalt sowie sonstige Entgeltbestandteile (z.B. Prämien, Provisionen, Akkordlöhne, Zulagen und Überstunden) im Durchschnitt der letzten voll gearbeitetem 13 Wochen.
Aufwandsentschädigungen wie Kilometergeld und Diäten werden nicht eingerechnet.

Das Urlaubsentgelt ist bei Antritt des Urlaubs für die ganze Urlaubsdauer im Voraus zu bezahlen.

AK Wien Arbeit&Recht

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