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Kollektivvertragsverhandlungen im Handel erfolgreich abgeschlossen!

In BR-Info, GPA Info, Info on Donnerstag, 02. Dezember 2010 at 23:55

1.300 Euro brutto Mindestgehalt und Verbesserungen im Rahmenrecht durchgesetzt!

Anhebung der Gehälter bis zu 2,3%, gültig ab 1.1.2011

Nach langen und harten Verhandlungen konnten die diesjährigen Kollektivvertragsverhandlungen für die 450.000 Angestellten und Lehrlinge im Handel erfolgreich abgeschlossen werden.

Bis zur letzten Gesprächsrunde hatten die Arbeitgeber versucht, die Einführung von 1.300 Euro brutto Mindestgehalt durch „Gegenfinanzierungen“ zu relativieren.
So wurde allen Ernstes verlangt, Gehälter über 1.800 Euro nur um 1,9% zu erhöhen.
Nachdem die Gespräche zweimal knapp gescheitert wären, konnten wir folgendes Ergebnis erzielen:

Der Kollektivvertrag tritt mit 1.1.2011 in Kraft, Laufzeit 12 Monate.

Gehaltsrecht

  • Gehälter bis EUR 1.500 + 2,3%
  • Gehälter bis EUR 1.800 + 2,1%
  • Gehälter ab EUR 1.801 + 2,0%
  • Lehrlingsentschädigungen + 2,3%

Das Gehalt in Beschäftigungsgruppe 2/1. und 3. Berufsjahr wird auf 1.300 Euro brutto, in Beschäftigungsgruppe 3/1. Berufsjahr auf 1.300 Euro brutto angehoben.
Damit haben wir das Ziel eines Mindestgehaltes von 1.300 Euro brutto pro Monat und von EUR 7,80 pro Arbeitsstunde für alle vollzeitbeschäftigten, qualifizierten Angestellten erfolgreich durchgesetzt.

Bewertung des Gehaltsabschlusses
Wir haben diesen Kollektivvertragsverhandlungen eine Jahresinflationsrate von 1,5% zugrunde gelegt. Das bedeutet, dass die Gehälter real um 0,5% und 0,7% steigen und unsere Forderung nach deutlicher realer Erhöhung der KV-Gehälter umgesetzt wurde.

Selbst in dem Bereich hoher Überzahlungen konnten wir die Inflationsrate abdecken. So erhält ein Angestellter in Beschäftigungsgruppe 2, 7. Berufsjahr, bei 50%iger Überzahlung noch immer die Inflationsrate abgegolten.

Durch die Anhebung der Gehaltspositionen in BG 2/1. und 3.Bj. und BG 3/1.Bj. konnten wir Gehaltssteigerungen von 2,9% bzw 2,7% erfolgreich durchsetzen.

Mit der Verwirklichung von 1.300 Mindestgehalt haben wir eine zentrale Forderung von tausenden Angestellten im Handel bereits bei dieser Gehaltsrunde erfolgreich verwirklichen können.

Rahmenrecht

  • Bei fehlenden oder unvollständigen Arbeitszeitaufzeichnungen oder wenn der Arbeitgeber die Aufzeichnungen nicht vorlegt, können offene Ansprüche ab 1.1.2011 bis zu 12 Monaten nach Fälligkeit geltend gemacht werden (bisher nur 6 Monate). Für Kleinbetriebe, in denen der Arbeitgeber diese Aufzeichnungen selber führt, aber nicht zur Bestätigung vorlegt, weil die Angestellten jederzeit Einsicht nehmen können, gibt es eine Ausnahme. In diesen besonderen Fällen bleibt die bisherige Präklusionsfrist von 6 Monaten bestehen.
  • Lehrlinge erhalten ab 1.1.2011 folgende Prämien für die Lehrabschlussprüfung:
    Bei gutem Erfolg EUR 100.-
    Bei ausgezeichnetem Erfolg EUR 150.-
    Diese Prämienregelung ist an die Teilnahme des Praxistestes gebunden und gilt für die Dauer der bestehenden Regelung zur Lehrlingsförderung (Richtlinie zum § 19c BAG).
  • Zum Thema „Arbeitszeit und Zuschläge“ werden die Gespräche über eine Weiterentwicklung des Kollektivvertrages fortgesetzt, wobei wir die Schwerpunkte der Handelsbefragung weiter verfolgen. Diese insbesondere im Zusammenhang mit dem Befragungspunkt pünktliche und faire Abgeltung von Mehr- und Überstunden.
  • Für den Bereich der ehemaligen Industriebetriebe, welche dem Handelskollektivvertrag unterliegen werden Gesprächen bezüglich einer IST-Regelung für diese bestimmten Betriebe verbindlich aufgenommen.

Wir danken allen Betriebsrätinnen und Betriebsräten für die massive Unterstützung unserer Gehaltsbewegung und die Organisierung der Handelsbefragung in den Betrieben. Nur durch unsere gemeinsamen Aktivitäten war es möglich diesen erfolgreichen Gehaltsabschluss für 2011 zu erreichen.

Vergleiche mit Gehaltsabschlüssen anderer Branchen zeigen, dass der getätigte Abschluss im Handel eine hohe Qualität besitzt, da wir zusätzlich zu einem guten Gehaltsabschluss auch Änderungen im Rahmenrecht erfolgreich durchsetzen konnten.
Vor allem die 1.300 Euro Mindestgehalt haben eine hohe Signalwirkung für die gesamte Dienstleistungsbranche, in welcher sich etliche KV-Abschlüsse an den Ergebnissen des Handels orientieren.

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