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Letzte Verhandlungsrunde im Handel ergebnislos abgebrochen

In BR-Info, GPA Info, Info on Donnerstag, 18. November 2010 at 22:15

Arbeitgeber verweigern 1.300,– Euro Mindestlohn und vertretbaren Gehaltsabschluss für übrige Bereiche

Wir sind Handel – Wir sind Gewerkschaft
Über 300 BetriebsrätInnen protestieren vor der Wirtschaftskammer

Über 300 BetriebsrätInnen des Handels verliehen gestern Nachmittag den Forderungen der laufenden Kollektivvertragsverhandlungen für die 450.000 Angestellten Nachdruck.

Bereits im Vorfeld der Verhandlungen holte sich die GPA-djp in einer groß angelegten österreichweiten Befragungsaktion Unterstützung von den Beschäftigten. Über 38.000 Angestellte unterstützten die zentralen Forderungen in den KV-Verhandlungen.

Die Befragungskarten wurden vor der Wirtschaftskammer in Wien den Arbeitgebern symbolisch unter dem Motto „Wir sind Handel – Wir sind Gewerkschaft“ überreicht.

Handelsunternehmer betreiben unsoziale Interessenpolitik auf dem Rücken der Niedrigverdiener im Handel

Knapp vor Mitternacht wurde die 5. und vorläufig letzte Verhandlungsrunde für die Angestellten und Lehrlinge im Handel ergebnislos abgebrochen.
Nachdem die VertreterInnen der GPA-djp auf die Verwirklichung des Mindestgehaltes von 1.300,– Euro bestanden, haben die Arbeitgeber die bis dahin zäh verlaufenden Gespräche für beendet erklärt.

Im Zuge der Verhandlungen stellte sich heraus, dass die Arbeitgeber die Einigung im Rahmenrecht dahingehend interpretierten, dass die Gewerkschaft die Forderung nach 1.300,– Euro Mindestgehalt zurückstellt.
Weiters wurde ein Gehaltsangebot gelegt, das in seiner Substanz hinter den bisher getätigten Abschlüssen weit zurückbleibt und dies, obwohl im Handel nach wie vor ein enormer Nachholbedarf bei den Einkommen besteht.

Die vorgelegten Zahlen eines möglichen Abschlusses, entsprachen in keiner Weise einem gerechten Anteil am wirtschaftlichen Erfolg der Branche.

Angesichts des klaren Auftrages der Beschäftigten aus der bundesweiten Befragungsaktion, konnten und wollten wir den Vorschlägen der Arbeitgeber keine Zustimmung geben.
Wir haben vielmehr unsere Vorstellungen eines vertretbaren Gehaltsabschlusses einschließlich der 1.300,– Euro Mindestlohn für alle Verkäuferinnen und Verkäufer mit Vollzeitbeschäftigung klar und deutlich formuliert.
Daraufhin erklärten uns die Arbeitgeber, dass sie nicht bereit sind, unserer Forderung näher zu treten oder ihre Vorschläge nachzubessern.

Derzeit ist nicht klar wie es weitergeht, da ein möglicher zusätzlicher Verhandlungstermin nicht bestätigt wurde.
Es kann durchaus der Fall eintreten, dass die Beschäftigten im Handel zu Beginn des Weihnachtsgeschäftes ihre volle Leistung bringen müssen ohne zu wissen, ob es am 1. Jänner 2011 eine gerechte Gehaltserhöhung gibt.

Gemäß Beschluss der BetriebsrätInnen-Konferenz werden wir unverzüglich mit Aktionen zur Durchsetzung unserer Anliegen beginnen. Am Abend des 18.11. wird es in Baden zu einer Protestkundgebung vor dem Handelstag der Bundessparte Handel kommen.

Aktuelle Nachrichten unseres MitarbeiterInnen-Blogs bekommt Ihr hier.

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