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Ikea: Self-Service-Kassen sind eine Bahn brechende Innovation

In Info, METRO Geschichte, Pressemitteilung on Montag, 27. April 2009 at 22:25

Verfolgt das größte Möbelhaus der Welt eine neue Unternehmensphilosophie?

Gestern war ich bei Ikea mal wieder zum Shoppen. Und rieb mir verwundert die Augen. Eigentlich, so dachte ich, trotz gelegentlich kritischer Presseberichte über das größte Möbelhaus der Welt, dass dort eine halbwegs nachhaltige, umwelt- und menschenfreundliche Unternehmensphilosophie gilt. Und das kindgerechte Möbelhaus damit einen Gegensatz zu manch anderem Discounter bildet, der die Zitrone aller denkbaren Kostensenkungsmaßnahmen bis zur eleganten Rund-um-Überwachung der Mitarbeiter bis zum Äußersten ausquetscht.

Vielleicht müssen wir uns jetzt aber eines Besseren belehren lassen. Laut Eigendarstellung von Ikea sind Prinzipien wie Nachhaltigkeit, Kunden- und Mitarbeiterfreundlichkeit tief im Unternehmen verankert, denkt der naive Zeigenosse. Der Gründer Ingvar Feodor Kamprad ist nach Forbes mit rund 31 Mrd. US-Dollar immerhin einer der reichsten Männer der Welt, gilt aber ansonsten trotz einiger persönlicher Irrungen zumindest unternehmerisch gesehen als eher bodenständiger Typ. Dass der global auch weiterhin wachsende Konzern neben dem Motto „billig gleich gut“ auch seiner sozialen Verantwortung nachkommt, neudeutsch Corporate Social Responsibility, kann man außerdem in unzähligen Broschüren auf der Homepage des Unternehmens nachlesen.

Jetzt aber hat das Unternehmen automatische Kassensysteme eingeführt, der Kunde soll nun also, außer alles selbst zusammen zu montieren und aufzubauen, was durchaus nicht nur für kleine Kinder seinen Charme hatte, auch noch einen weiteren Job übernehmen. Denn der Kunde ist „Partner“ und darf sich nun auch zum „Terminator über Cash & Carry“ aufschwingen, zum Herrscher über alle Bezahlvorgänge beim Einscannen seiner Rechnung. Zugegeben, es mutet schon etwas gespenstisch an, wenn der Kunde in den Supermärkten nur noch durch weitgehend menschenleere Hallen läuft, einschließlich einem vollautomatischen Kassencomputersystem, wo man quasi in die richtige Fahrspur eingewiesen wird und einem irgendwie doch jemand auf die Finger sieht.

Zum Artikel:
Von Lothar Lochmaier
heise.de
26.04.2009

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