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Metro will weiter verhandeln

In Info, METRO Geschichte, Pressemitteilung on Dienstag, 09. Juni 2009 at 21:11

Der Handelskonzern Metro ist nach der Insolvenz von Arcandor an weiteren Verhandlungen über eine Fusion der Kaufhausketten Kaufhof und Karstadt interessiert. Die Tür für Gespräche und Verhandlungen stehe offen.

Metro hoffe, die Gespräche bereits in der kommenden Woche wieder aufnehmen zu können. Dies betreffe auch Eigentümer und Vermieter. „Wir haben ein großes Interesse daran, schnell mit Karstadt zu einer Lösung zu kommen, damit die Rettung der Karstadt-Warenhäuser nicht durch die Insolvenz bei Arcandor verzögert werden kann“, erklärte das Unternehmen.

Metro und Arcandor hatten in den vergangenen Tagen mehrfach über eine Fusion von Karstadt und Kaufhof gesprochen. Metro halte unverändert an seinem Konzept zur Übernahme von etwa 60 Karstadt-Standorten und damit zur Rettung einer großen Mehrheit der Arbeitsplätze fest, erklärte das Unternehmen. Arcandor hatte Medienberichten zufolge eine Übernahme aller Karstadt-Standorte gefordert.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel verwies in einer ersten Reaktion auf den Insolvenzantrag auf ein mögliches Zusammengehen mit Metro. Im Insolvenzverfahren sei dem Unternehmen nun gerade auch für die Beschäftigten Möglichkeiten gegeben, „im Zusammengehen mit anderen – zum Beispiel mit Metro – auch wirklich neue Chancen zu eröffnen“, meinte sie.

Ein möglicher Zusammenschluss der Warenhausketten Karstadt und Kaufhof erfordert allerdings die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Bei der Fusion der beiden Kaufhäuser entstehe ein neues Großunternehmen, dessen Umsätze bestimmte Kontrollschwellen überschreiten, hieß es zu Wochenbeginn beim Bundeskartellamt.
Führten die beiden Mutterkonzerne von Karstadt und Kaufhof, Arcandor und Metro, ihre beiden Kaufhaustöchter zu einer „Deutschen Warenhaus AG“ zusammen, wäre voraussichtlich die EU-Kommission für diesen Zusammenschluss zuständig.
Beide Ketten hätten zusammen einen Umsatz von weltweit mehr als fünf Milliarden Euro, davon jeweils mehr als 250 Millionen Euro in der EU.

Möglicherweise könnte das Prüfverfahren von der EU aber auch an das Bundeskartellamt abgegeben werden.Dies passiere in Fällen, bei denen „die wettbewerbliche Bedeutung eines Zusammenschlusses offenkundig in einem Staat“ liege. Ausschlaggebend sind laut Bundeskartellamt auch hierfür bestimmte Umsatzschwellen.
Erzielen zwei Unternehmen mehr als zwei Drittel ihrer Einnahmen in einem EU-Mitgliedsstaat, ist die EU-Kommission demnach nicht für die Kontrolle der Fusion zuständig. Die Prüfung des Zusammenschlusses erfolgt dann durch die nationalen Behörden.

manager-magazin.de
09.06.2009

  1. Ich bin wirklich mal gespannt, welche Sparten von Arcandor nun wo unterkommen werden. Es sieht aber ja alles danach aus, dass auf diese Weise nun doch viel mehr Arbeitsplätze erhalten werden können als zunächst immer befürchtet und ich bin auch überzeugt, dass Staatshilfen den Arbeitsplätzen in keinster Weise viel genutzt hätten. Die wären nur eine kurze Weile lang gerettet worden, nur um dann bald wieder vor einem Scherbenhaufen zu stehen, da der Konzern marode wie eh und je gewesen wäre. Mit der Insolvenz kann man aber nun einen Neuanfang in neuer Form in Angriff nehmen. Ich bin gespannt, wie sich das ganze entwickeln wird.

  2. Solange die Unternehmen in solchen Situationen nicht bereit sind Strukturen zu verändern, bringen Staatshilfen hier sicherlich überhaupt nichts. Man kann hier wirklich nur hoffen, dass durch die beantragte Insolvenz zumindest die kleineren Unternehmen eine Möglichkeit bekommen hier Arbeitsplätze zu sichern. Wie sich die ganze Situation entwickelt, wird man hoffentlich bald sehen, denn in einer solchen Ungewissheit zu Arbeiten stellt ganz sicher niemanden zufrieden.