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Metro-Gewinn von Sondereffekten belastet

In Info, METRO Geschichte, Pressemitteilung on Dienstag, 24. März 2009 at 12:50

DÜSSELDORF (Dow Jones)–Der Handelskonzern Metro hat im vergangenen Jahr sein EBIT vor Sonderfaktoren um 7,1% auf 2,2 Mrd EUR gesteigert. Damit schloss das Düsseldorfer Unternehmen zwar operativ besser ab als noch im Januar prognostiziert. Der Nettogewinn sank jedoch aufgrund zahlreicher Sondereffekte deutlich. Für 2009 geht das Unternehmen aufgrund des Konjunkturabschwungs von einem schwächerem Wachstum aus.

Die mittelfristige Wachstumsprognose wurde bekräftigt. Derzufolge erwartet der Konzern mit Sitz in Düsseldorf ein Umsatzwachstum von mehr als 6% pro Jahr. Das EBIT vor Sonderfaktoren soll mittelfristig um mehr als 8% steigen. Für das laufende Jahr geht der Konzern laut Geschäftsbericht von einer Abschwächung der Wachstumsdynamik bei Umsatz und Ergebnis aus. Das Umsatzwachstum dürfte aufgrund des wirtschaftlichen Abschwungs, der geringeren Zahl an Neueröffnungen sowie negativer Währungseffekte deutlich unterhalb der Mittelfristprognose liegen.

Eine detaillierte Prognose gab der Handelskonzern nicht ab. Das hohe Maß an Unsicherheit in Bezug auf die weltwirtschaftliche Entwicklung lasse gegenwärtig keinen belastbaren Ausblick zu. Metro wolle sich zu den weiteren Perspektiven des Geschäftsjahres im Frühsommer äußern. Von einem „Desaster-Szenario“ gehe der Konzern jedoch nicht aus, sagte der Vorstandsvorsitzende Eckard Cordes.

Für das erste Quartal erwartet Metro bereinigt um Kalendereffekte einen Umsatz in etwa auf Vorjahreshöhe. Das Ostergeschäft fällt in diesem Jahr im Gegensatz zu 2008 in das zweite Quartal.

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz wie bereits bekannt um 5,8% auf 68 Mrd EUR, währungsbereinigt hätte das Wachstum bei 6,1% gelegen. Metro habe die Ziele voll erfüllt, sagte Cordes. Das EBIT vor Sondereffekten lag mit Plus 7,1% innerhalb der von Metro gegebenen Prognosespanne von 6% bis 8%. Bei der Vorlage der Umsatzzahlen Anfang des Jahres hatte sich der Handelskonzern zunächst etwas pessimistischer gezeigt und ein EBIT-Plus im Rahmen des Umsatzwachstums prognostiziert.

Geprägt waren die Zahlen dabei von einer Reihe von Sondereffekten, wie Kosten für die Restrukturierung der Real-Warenhäuser von 237 Mio EUR sowie Abschreibungen der mittlerweile verkauften Extra-Verbrauchermärkte und der Adler-Modemärkte. Nach Dritten sank der Konzerngewinn auf 403 (825) Mio EUR. Darin enthalten ist ein Verlust aus den nicht fortgeführten Aktivitäten Extra und Adler von 429 Mio EUR. Metro hatte Extra zum 1. Juli 2008 an die Rewe Group verkauft. Adler wurde im Februar dieses Jahres an den Beteiligungsfonds BluO abgegeben.

Das Periodenergebnis aus fortgeführtem Geschäft stieg bereinigt um die Belastungen aus der Real-Sanierung auf 1,154 (1,065) Mrd EUR. Der Hauptversammlung am 13. Mai soll eine unveränderte Dividende von 1,18 EUR vorgeschlagen werden.

Im laufenden Jahr plant Metro die Eröffnung von etwa 20 Cash & Carry Standorten, ca. 10 Real-SB-Warenhäusern und rund 50 Media Markt und Saturn-Elektrofachmärkten.

Das Programm „Shape 2012″ liegt im Plan. „Ich bin überzeugt, dass wir das Ergebnisverbesserungspotenzial von 1,5 Mrd EUR bis 2012 erreichen“, sagte Cordes. Erste Ergebnisbeiträge erwarte Metro bereits im laufenden Jahr, signifikante Effekte ab 2011.

Rund die Hälfte der geplanten Ergebnisverbesserung soll durch Einsparungen erreicht werden. Die andere Hälfte entfalle auf Produktivitätsverbesserung „und andere ergebnissteigernde Maßnahmen“. Das Programm beinhaltet auch den Abbau von 15.000 Arbeitsplätzen weltweit. Dies soll soweit wie möglich durch natürliche Fluktuation erreicht werden.

Für den geplanten gebündelten internationalen Einkauf mehrerer Vertriebslinien koordinierten sich diese künftig direkt. Die zentrale Einkaufsgesellschaft Metro Buying Group werde aufgelöst. Der Einkauf für das Jahr 2010 soll bereits ab Herbst 2009 in den neuen Strukturen stattfinden. Außerdem tragen die Vertriebslinien in Zukunft Verantwortung für die gesamte Lieferkette. Bis Ende Juni 2009 soll zudem die neue Organisationsstruktur des Einkaufs, der Logistik und der Informationstechnologie feststehen.

Die Immobilienaktivitäten werden ab dem laufenden Jahr als Profitcenter geführt. Derzeit habe Metro Immobilien in rund 30 Ländern mit einem Buchwert von 9,8 Mrd EUR. Es ist geplant, attraktive Grundstücke in saturierten Märkten zu verkaufen und mit dem Geld die Expansion in Osteuropa und Asien vorantreiben.

Frankfurter Allgemeine
24.03.2009
Von Natali Schwab
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